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Das Stellen eines Antrags auf Entschädigung bei der Claims Conference ist gebührenfrei. Sie müssen niemanden dafür bezahlen, dass Sie ein Antragsformular erhalten und es ist nicht erforderlich, sich beim Ausfüllen oder Einreichen des Antragsformulars helfen zu lassen. Falls Sie Hilfe bei der Antragstellung benötigen, können Sie sich an ein Regional- oder Verbindungsbüro der Claims Conference wenden. Auch dies ist kostenlos.

Antragstellung

Artikel-2-Fonds

Mit den untenstehenden Links können Sie die Berechtigungskriterien, Anleitungen und das Antragsformular in pdf Format herunterladen. 

Artikel 2-Fonds - Überblick

Die Claims Conference führt auch weiterhin kontinuierliche Verhandlungen mit Deutschland, um eine Liberalisierung der Berechtigungskriterien für die laufenden Leistungen aus dem Artikel 2-Fonds zu erreichen.

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Statistik Artikel 2-Fonds
Bestätigte Anträge: ca. 87.551
Gesamtsumme Beihilfen: 3,6 Milliarden $ 

Artikel 2 - Überblick

Seit den ersten Verhandlungen im Jahre 1952 hat sich die Bundesregierung grundsätzlich zu ihrer Verpflichtung bekannt, Holocaust-Überlebenden eine Entschädigung zu zahlen. Anders das kommunistische Ostdeutschland, das  trotz zahlreicher Vorstöße der Claims Conference jegliche Verantwortung rundweg abgelehnt hatte.

Als 1990 West- und Ostdeutschland den Einigungsvertrag verhandelten, bestand die Claims Conference darauf, dass das wiedervereinigte Deutschland nunmehr seiner Verpflichtung nachkommen müsse und Holocaust-Überlebenden, die bis dahin nur geringfügige oder gar keine Entschädigungsleistungen erhalten hatten, zu entschädigen.

„Durch die Verhandlungen der Claims  Conference konnte der Finanzrahmen für Beihilfen im Artikel 2-Fonds deutlich erweitert werden.“ (Julius Bermann, Vorsitzender Claims Conference)

Mit aktiver Unterstützung der US-Regierung wurden intensive Verhandlungen mit der Deutschen Regierung geführt. Als Resultat wurden im Artikel 2 des Einigungsvertrags vom 3. Oktober 1990 weitere Entschädigungsleistungen zugesagt: "[…] In der Kontinuität der Politik der Bundesrepublik Deutschland ist die Bundesregierung bereit, mit der Claims Conference Vereinbarungen über eine zusätzliche Fondslösung zu treffen, um Härteleistungen an die Verfolgten vorzusehen, die nach den gesetzlichen Vorschriften der Bundesrepublik Deutschland bisher keine oder nur geringfügige Entschädigungen erhalten haben.“

Als Ergebnis wurde nach 16-monatigen schwierigen Verhandlungen die Vereinbarung getroffen, die als der Artikel 2-Fonds bekannt ist und die von der Claims Conference nach den Vorgaben der Deutschen Regierung verwaltet wird. Die Entschädigung wird in Form einer monatlichen Beihilfe gezahlt. Sie beträgt nach den Verhandlungen der Jahre 2003, 2008 und 2011 und 2013 derzeit € 310.

Die Claims Conference führt auch weiterhin Verhandlungen mit Deutschland, um eine Erweiterung der Berechtigungskriterien für die laufenden Leistungen aus dem Artikel 2- wie aus dem Mittel- und Osteuropafonds (CEEF) zu erreichen.

Folgende Ergebnisse konnten bisher in Verhandlungen u.a. erreicht werden:

  • Mitte der 90er Jahre wurden Beihilfen im Artikel 2-Fonds aufgrund der Liberalisierung der Berechtigungskriterien für circa zusätzliche 25.000 Antragssteller bewilligt. Bis dahin beschränkte sich die Berechtigung im Artikel 2-Fonds auf diejenigen Überlebenden, die alle Bedingungen des Fonds erfüllten, einschließlich einer Einkommensobergrenze von US $ 16.000 für Alleinstehende und US $ 21.000 für Ehepaare. Diese Einschränkung wurde gelockert, als es der Claims Conference gelang, die Leistungen der Sozialversicherung für Personen über 70 Jahre bei Erfüllung aller sonstigen Kriterien bei der Berechnung des Jahreseinkommens auszuschließen.
  • 1999 wurden unter der Voraussetzung, dass sie alle anderen Kriterien des Fonds erfüllen, weitere Gruppen von Überlebenden als leistungsberechtigt anerkannt – u.a. Juden, die in Sonderlagern in Österreich, in den Kupferminen von Bor, in Jugoslawien oder in ungarischen Arbeitskommandos an der ukrainischen Front inhaftiert waren.  Dass dieser  Personenkreis als Ergebnis der Verhandlungen der Claims Conference zusätzlich Beihilfen aus dem Artikel 2 Fonds erhalten konnte, führte zu einer Erhöhung der Entschädigungszahlungen der Bundesregierung um jährlich 45 Millionen DM.
  • 2002 stimmte die Deutsche Regierung der Anerkennung weiterer bisher nicht anerkannter Lager und Arbeitskommandos in Rumänien und andernorts zu. Dadurch konnten weitere Antragsteller im Artikel 2- Fonds und im CEEF als leistungsberechtigt anerkannt werden.
  • Im Jahre 2003 verhandelte die Claims Conference eine Anhebung der Zahlungen im  Artikel 2-Fonds und im CEEF, die an Erhöhungen der Renten nach dem Bundesentschädigungsgesetz gekoppelt wurden, sowie die Einbeziehung weiterer, bisher nicht anerkannter Lager in Ungarn. Zusätzlich können seitdem bestimmte Personen, die zur Zeit der Verfolgung Staatsbürger westlicher Länder waren und die bisher keine Anträge stellen konnten, nunmehr unter bestimmten Voraussetzungen Zahlungen im Artikel 2 -Fonds erhalten.
  • Im Jahre 2004 verhandelte die Claims Conference erfolgreich die Berücksichtigung von bis dahin nicht anerkannten Lagern in Bulgarien sowie Zahlungen an Personen über 18 Jahren, die während der Verfolgung entweder illegal, unter falscher Identität oder mit falschen Papieren lebten, und ansonsten alle anderen Berechtigungskriterien der Fonds erfüllen.
  • Im Jahre 2005 verhandelte die Claims Conference erfolgreich die Leistungsberechtigung von Holocaust-Überlebenden, die wenigstens sechs Monate in bestimmten Arbeitslagern in Ungarn, Tunesien, Marokko und Algerien inhaftiert waren, und die ansonsten alle anderen Berechtigungskriterien der Fonds erfüllen.
  • 2006 schließlich wurde die Anerkennung von Inhaftierten dreier tunesischer Internierungslager bei Vorliegen aller übrigen Berechtigungskriterien erreicht.
  • Im Jahr 2007 erreichte die Claims Conference bedeutende Liberalisierungen hinsichtlich der Einkommensvoraussetzungen zur Berechtigung im Artikel 2-Fonds.
  • Im Jahr 2008 hat die Claims Conference ein Abkommen für Holocaust Überlebende die während ihrer Verfolgung Bürger von Westeuropäischen Ländern waren und in Konzentrationslagern oder Ghetto inhaftiert wurden oder Familienangehörige verloren haben und Zahlungen aus einer deutschen Quelle erhalten haben und nun zum ersten Mal berechtigt sind Beihilfen aus dem Artikel 2 Fond zu erhalten.
  • Erhöhung der Auszahlungsbeträge im Laufe der Jahre.
  • Im Jahr 2010 erklärte sich die deutsche Regierung bereit für eine besondere Überprüfung von Anträgen von Überlebenden die weniger als sechs Monaten in einem Konzentrazionslager inhaftiert waren.
  • Im Jahr 2011 verhandelte die Claims Conference eine Reduzierung der für die Berechtigung erforderlichen Haftzeiten im Ghetto oder für Leben im Versteck  von 18 auf 12 Monaten. Zusätzlich sind Holocaustüberlebende die 75 Jahre oder älter sind und in einem Ghetto länger als drei Monate, aber weniger als 12 Monate inhaftiert waren, berechtigt eine besondere Rente zu erhalten.
  • Im Jahr 2012 hat die Bundesregierung zugestimmt, dass die besondere Rente für  Holocaustüberlebende die 75 Jahre oder älter sind, die in einem Ghetto zwischen 3 und 11 Jahre inhaftiert waren, an alle berechtigten  Überlebenden die unter diesen Bedingungen gelebt haben, gezahlt werden kann, unabhängig des Alters und dass die Höhe der Beihilfen auf 300 Euro erhöht wird. Die Claims Conference hat für Holocaustüberlebende die unter falscher Identität oder im Versteck  auf von den Nazi besetztem Gebiet gelebt haben eine Reduzierung der für die Berechtigung erforderlichen Mindesthaftzeiten von 12 auf 6 Monate erreicht.
  • Im Jahr 2013 erreichte die Claims Conference eine Erhöhung der Einkommensgrenze von 16.000  auf 25.000 für Antragsteller ab 1. Juli 2013. Zusätzlich hat die Bundesregierung, zugestimmt ab 1. Januar 2014 bestimmte so genannte „offene Ghtos“ anzuerkennen.
  • Erhöhung der Auszahlungssummen im Laufe der Jahre.