20.12.2016

Israelische Stiftung ehrt Richter von Renesse. Claims Conference begrüßt Auszeichnung

Jan-Robert von Renesse, Richter am Landessozialgericht Essen, wurde am heutigen Dienstag von der Stiftung zum Wohl von Holocaust-Überlebenden in Israel im Rahmen einer Feierstunde in der Knesset mit einem Preis ausgezeichnet. In Anwesenheit von Politik und Öffentlichkeit nahm er den Preis entgegen, der an ehrenamtlich Tätige und weitere engagierte Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um Holocaust-Überlebende in Israel verdient gemacht haben.

Frankfurt am Main, 20.12.2016. Jan-Robert von Renesse, Richter am Landessozialgericht Essen, wurde am heutigen Dienstag von der Stiftung zum Wohl von Holocaust-Überlebenden in Israel im Rahmen einer Feierstunde in der Knesset mit einem Preis ausgezeichnet. In Anwesenheit von Politik und Öffentlichkeit nahm er den Preis entgegen, der an ehrenamtlich Tätige und weitere engagierte Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um Holocaust-Überlebende in Israel verdient gemacht haben.

Der Executive Vice President der Claims Conference, Greg Schneider, der zur Ehrung nach Jerusalem gekommen war, hob von Renesses Einsatz für ehemalige Ghettoarbeiter hervor. „Mit der Auszeichnung findet der herausragende Einsatz von Richter von Renesse für Holocaust-Überlebende die verdiente Anerkennung. Der Richter ist seiner moralischen wie seiner richterlichen Verantwortung in hohem Maße gerecht geworden. Er ist zu den hoch betagten Holocaust-Überlebenden, die eine Altersrente für ihre Ghettoarbeit beantragt hatten, gereist, hat sie angehört und ihnen zu den ihnen zustehenden Rentenzahlungen verholfen. Auch wenn Geld Leid nicht wiedergutmachen kann, so hat Richter von Renesse erkannt, wie wichtig es ist, ihnen ein Mindestmaß an Gerechtigkeit zu Teil werden zu lassen. Das jüdische Volk ist Richter von Renesse dankbar, dass er seinem Gewissen und seiner Verpflichtung gefolgt ist, dem Buchstaben und dem Geist des Gesetzes gerecht zu werden.“

In seiner Zuständigkeit für die sogenannte Ghettorente (ZRBG) hatte von Renesse richterliche Anhörungen von Holocaust-Überlebenden in Israel durchgeführt und ihre Aussagen in die Entscheidungsfindung mit einfließen lassen. Zuletzt war von Renesse aufgrund seines Engagement in Deutschland mit einem Dienstaufsichtsverfahren überzogen worden, dem er sich nur durch einen außergerichtlichen Vergleich entziehen konnte. 

Seit 1951 vertritt die Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) die jüdische Gemeinschaft in Verhandlungen über Entschädigungen und Restitutionen zugunsten jüdischer NS-Opfer und deren Erben. Die Claims Conference verwaltet Entschädigungsfonds, erwirkt die Rückübertragung von nicht beanspruchten jüdischen Vermögenswerten und fördert Institutionen, die soziale Dienstleistungen für Holocaust-Überlebende bereit halten und das Gedenken an die Schoah und ihre Lehren bewahren.