28.11.2014

Statement Rüdiger Mahlo zur Vereinbarung mit dem Kunstmuseum Bern

Intensivierte Forschung und größtmögliche Transparenz wird erwünscht. Die Claims Conference begrüßt die zwischen Bund, Bayern und dem Kunstmuseum Bern getroffene Vereinbarung und die Priorität, die der Restitution von Raubkunst an jüdische Eigentümer oder deren Erben eingeräumt wird. Die rechtliche Grundlage ist mit der Annahme des Erbes jetzt endlich gegeben und wir hoffen dringlich auch eine umgehende Regelung der rechtlichen Formalien.

Die Claims Conference begrüßt die zwischen Bund, Bayern und dem Kunstmuseum Bern getroffene Vereinbarung und die Priorität, die der Restitution von Raubkunst an jüdische Eigentümer oder deren Erben eingeräumt wird. Die rechtliche Grundlage ist mit der Annahme des Erbes jetzt endlich gegeben und wir hoffen dringlich auch eine umgehende Regelung der rechtlichen Formalien.

Soweit wir wissen, hat die Gurlitt-Taskforce bisher nur drei Kunstwerke als NS-Raubkunst identifizieren können. Es handelt sich um das Liebermann-Gemälde „Reiter am Strand“, Matisse‘ Sitzende und „Das Klavierspiel“ von Carl Spitzweg. Die drei Kunstwerke sollen sofort an die bekannten Erben herausgegeben werden.

Von der Gurlitt-Taskforce wünschen wir uns eine zügigere und intensivierte Bearbeitung des Raubkunstkonvoluts bei größtmöglicher Transparenz. Wir begrüßen deshalb, dass der gesamte Gurlitt-Nachlass auf der Lost Art Datenbank veröffentlicht wird und erfreulicherweise auch die Geschäftsunterlagen und Korrespondenzen von Hildebrand Gurlitt umfasst.

Werke, deren Provenienz durch die Taskforce nicht abschließend recherchiert werden kann, sollen künftig durch eine Arbeitsgruppe des Kunstmuseums Bern untersucht werden. Als Opfervertreterin macht die Claims Conference ihre aktive Teilhabe an diesem Gremium geltend.

Die anhaltende, mit großer Emotionalität geführte Debatte um die Sammlung Gurlitt zeigt, dass uns das Thema NS-Raubkunst und ihr Verbleib in öffentlichen und privaten Sammlungen noch lange beschäftigen werden.