Wertheim

Zu den bedeutendsten Rückerstattungsfällen in Ostdeutschland zählt der Fall Wertheim. Der Konzern der Familie Wertheim gehörte zu den führenden Warenhäusern im Deutschen Reich. Zu ihm zählten verschiedene Warenhäuser und darunter als bekanntestes das Wertheim Kaufhaus am Leipziger Platz in Berlin.

Die drei Gebrüder Wertheim besaßen neben einigen anderen Familienmitgliedern die Majorität der Anteile an dem Konzern bis 1933. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten geriet das Unternehmen sogleich in den Fokus von Boykottmaßnahmen und die jüdischen Inhaber mussten ihre Anteile aufgrund dieser Verfolgungsmaßnahmen aufgeben.

Da die Erben des Kaufhausdynastie keine eigenen Ansprüche geltend gemacht haben, bekam die Claims Conference nach langjährigen rechtlichen Auseinandersetzungen, bis zum Bundesverwaltungsgericht, die Rechte an den Vermögenswerten des Wertheim-Konzerns zugesprochen.

Aufgrund einer Vereinbarung mit der Bundesrepublik Deutschland wurde das Grundstück, auf dem sich die Parlamentsbibliothek des Deutschen Bundestages befindet und das zum Wertheimbesitz gehörte, an die Bundesrepublik Deutschland übertragen.

Nach einem aufsehenerregenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum so genannten Lenné-Dreieck kam es 2007 zu einer abschließenden Vereinbarung mit dem Karstadt-Konzern. Der Karstadt-Konzern hatte zuvor für sich in Anspruch genommen, dass ihm die Vermögenswerte des ehemaligen Wertheim-Konzerns zustehen würden. Das Bundesverwaltungsgericht hatte diese Ansprüche abschließend zurückgewiesen.